Böblinger Zeitzeugenprojekt

Erinnerungen an das vergangene Jarhundert Böblingerinnen und Böblinger erzählenUnter dem Titel „Erinnerungen an das vergangene Jahrhundert, Böblingerinnen und Böblinger erzählen“ entstand eine Publikation, die die Geschichte der Industriestadt Böblingen aus der Perspektive seiner Bewohner – Einheimische und „Reingeschmeckten“ – , also ihren Zuwanderern erzählt. Studierende der HdM hatten dazu Interviews geführt und transkribiert. Es ging darum, „Geschichte in Geschichten“, aus einer biografischen Perspektive von älteren Menschen zu erfahren und sie danach mit wissenschaftlichen Fakten zu überprüfen. Die Veranstaltungform „Erzählcafé“ bildete den Rahmen, eine Veranstaltungsform, die für Öffentlichen Bibliotheken – als Kooperationsprojekt mit Schulen – ideal sein kann. Die Aussagen der Interviewpartner wurden als ihre persönliche Erfahrungen akzeptiert, wobei die unterschiedliche 
(Nicht-)Reflexion der nationalsozialistischen Ära für die Interpretation der „oral history“- Dokumente ein wichtiges Thema war.
3 Interviews werden hier exemplarisch dargestellt

Interview mit Herrn Carius: Vom Wandervogel geprägt

Das Interview mit dem 86jährigen Wilhelm Carius war sehr beeindruckend. Wir wussten nicht, wie krank er an diesem Tage schon war, so temperamentvoll, lebensfroh und optimistisch erzählte er uns seine Lebensgeschichte. Die Jugendbewegung des Wandervogels hat ihn entscheidend geprägt: er war bis zuletzt immer in Aktivitäten engagiert, die ein soziales Miteinander von Menschen befördern.

Frau Rennen: also ich kann an nichts Schlechtes denken…

Frau Rennen brachte einen Koffer mit Erinnerungsstücken an ihre Jugend im nationalsozialistischen Deutschland mit: ihre Tagebücher, die sie als begeistertes „BdM-Mädel“ während des Krieges geschrieben hat, Jugendbücher und Fotos. Sie möchte ihre Jugend nicht madig machen (lassen), an die sie nur gute Erinnerungen hat. Nach dem Krieg ist sie als alleinerziehende Lehrerin Nach dem Krieg ist sie als alleinerziehende Lehrerin einen eigenständigen und unabhängigen Weg gegangen.

Erzählcafé mit Frau Kronenberger

Frau Kronenberg ist 1920 in Bakowa im Banat im heutigen Rumänien geboren. Als Kind wanderte sie ein erstes Mal mit ihren Eltern für 10 Jahre nach Amerika aus. 1936 kehrte die Mutter aus Heimweh zurück. Als Deutsche wird die junge Frau im Jahr 1944 für fünf Jahre in Russland interniert. Nach ihrer Rückkehr lebt sie bis 1986 in Bakowa, bis sie als erste ihrer Familie 1986 nach Böblingen aussiedelt.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.