Anna Haag

werbeNiemand darf zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.

Kriegsdienstverweigerung – was uns heute selbstverständlich erscheint, haben wir hierzulande einer Frau zu verdanken, deren Name nicht mehr sehr bekannt ist, obwohl sie eine der ersten Frauen war, die als Landtagsabgeordnete im Württembergischen Landtag aktiv waren. Im „Literaturprojekt“ setzten sich dreizehn Studierende des Bachelorstudiengangs Bibliotheks- und Informationsmanagement  damit auseinander, wie zeitgemäße Erinnerungskultur gestaltet werden kann. Wie wird Kulturvermittlung praktisch?

Auftraggeberin war das „Mehrgenerationenhaus“ Anna Haag in Bad Cannstatt, die mehr über ihre Namensgeberin wissen  und sie gebührend ehren wollte. Gibt es Veranstaltungsformen, die die Persönlichkeit Anna Haag (1888 – 1982), Schriftstellerin, Politikerin und Gründerin des heute nach ihr benannten, als „Mehrgenerationenhaus“ geführten Einrichtung in Bad Cannstatt den Bewohnern und Besuchern des Hauses nahe bringen und gegenwärtig halten können?

Unterschiedliche Konzepte für unterschiedliche Zielgruppen

Die Studierende entwickelten Konzepte für unterschiedliche Zielgruppen: Eine virtuelle Reise zeigt mit animierten Fotos die Lebensstationen von Anna Haag.Die Studentinnen präsentierten die virtuelle Reise als „Stewardessen.Für Kinder entstand ein Bilderbuch mit den eher lustigen Kindheitserlebnissen von Anna.Ebenfalls ihrer Autobiografie entnommen sind die Anregungen für eine Broschüre: „Kinderspiele aus Anna Haags Zeit“ mit einer Anleitung zum Nachspielen.

Intensiv mit ihrer politischen Arbeit haben sich 3 Studentinnen auseinandergesetzt und dazu eine Fotostory erstellt. Die Werbung für die Veranstaltungsreihe zum geplanten „Anna Haag Jahr“ des Mehrgenerationenhauses unterstützte eine weitere Gruppe mit Entwürfen zu Postkarten.

Eine Besonderheit war die szenische Lesung im Landtag Baden-Württemberg, als eine Schauspielerin (Brigitte Scheerer) Rede-Beiträge der ersten SPD-Landtagsabgeordneten in Baden-Württemberg „hautnah“ vortrug.
Die Texte, vorwiegend aus dem Jahr 1947, wurden von Prof. Susanne Krüger aus den archivierten Protokollen der Landtagssitzungen zusammengestellt und vom Theaterpädagogen Eckhard Bade inszeniert. Eine sehr spannende Form der Präsentation von Originalpapieren!
Die Veranstaltung wurde von der SPD-Landtagsfaktion im Plenarsaal des Landtags ermöglicht.
Allen Zuhörern musste auffallen, wie erschreckend aktuell die Themen der Anna Haag auch heute noch sind: Soziale Gerechtigkeit, die Gleichstellung von Mann und Frau und Krieg und Frieden. Wobei die Sprache im Vergleich zum heutigen Politikersprech fast literarisch zu nennen ist. Lesen Sie selbst!

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