Literaturcafés

An Konzepten von Literaturcafés mangelt es nicht. Die TeilnehmerInnen diskutieren ein Buch, das vorher von allen gelesen wurde. Oder sie stellen sich gegenseitig Bücher vor. Oder es gibt eine Mischung aus professioneller Performance und Gespräch. Das folgende Konzept fand in der Stadtteilbibliothek Degerloch in Stuttgart statt.

Denken aus Leidenschaft. Literaturcafé mit der Autorin Ingeborg Gleichauf

In Anlehnung an berühmte literarische Salons vergangener Jahrhunderte organisierte eine Studentinnengruppe der HdM ein literarisches Café.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen sieben Philosophinnen und Literatinnen, die ihre Umgebung kritisch betrachtet haben: Rahel von Varnhagen, Simone Weil, Christine de Pizan, Simone de Beauvoir, Hannah Arendt: wer waren sie, nach welchen Idealen haben sie gelebt und welche Bedeutung könnte ihr Handeln und Wirken auch in unserer Zeit noch haben?

Die Sachbuchautorin Ingeborg Gleichauf hatte mit ihrem Buch den Aufhänger geboten. Die Studentinnen stellten jeweils eine Persönlichkeit vor.

Im Zentrum des literarischen Cafés stand das Gespräch und der Gedankenaustausch. Jeder der Gäste wurde aufgemuntert, die eigene Meinung und Empfindungen über die vorgestellten Philosophinnen mitzuteilen.

Wie bei literarischen Salons üblich, bekamen die Gäste vor und während der Veranstaltung Kaffee und Gebäck serviert. Und das alles von den Studentinnen selbst zubereitet!

Die Diskussion über die Philosophinnen gewann sicherlich auch darum an Tiefe, weil Frauen zwischen 20 und 70 miteinander sprachen und Lebenserfahrungen aus verschiedenen Zeiten aufeinander trafen.

Aus unerklärlichen Gründen fühlten sich von unserer Veranstaltung „Denken aus Leidenschaft“ nur Frauen angesprochen. Und es wurde gerätselt, warum der männliche Part gänzlich gefehlt hat. Doch so stände schon wieder ein nächste Thema für ein literarisches Café fest: „Wer sind die besseren Denker: Männer oder Frauen?“

 

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